Zurück zum Blog|LoRaWAN Guides

Privates LoRaWAN-Netzwerk aufbauen: Komponenten, Hardware und Schritte mit ChirpStack

29. Mai 2026
Timo WevelsiepTimo Wevelsiep
chirphost

Privates LoRaWAN-Netzwerk aufbauen: Komponenten, Hardware und Schritte mit ChirpStack

Privates LoRaWAN-Netzwerk aufbauen: Komponenten, Hardware-Auswahl und ChirpStack-Setup Schritt für Schritt – mit Data Sovereignty und ohne Per-Device-Kosten.

chirphost.de Blog

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

WZ-IT führt chirphost weiter. Aktuelles Hosting ab 129,90 € netto/Monat; Einrichtung und Service Level gemäß Angebot. Frühere Paketpreise, Standortlisten und Kostenvergleiche in diesem datierten Artikel beschreiben das damalige Angebot, nicht die aktuellen WZ-IT-Konditionen. Aktuellen Leistungsumfang ansehen.

Wer Sensordaten über große Distanzen und mit minimalem Stromverbrauch sammeln will, kommt an LoRaWAN kaum vorbei. Das Funkprotokoll überbrückt im freien Gelände mehrere Kilometer, lässt Batteriesensoren jahrelang laufen und eignet sich für alles von der Bodenfeuchtemessung über Asset Tracking bis zur Füllstandüberwachung in der Industrie. Die zentrale Frage beim Aufbau lautet aber nicht nur „welche Sensoren", sondern: öffentliches oder privates Netz?

Öffentliche Netze wie The Things Network sind ideal für erste Experimente. Sobald jedoch proprietäre oder personenbeziehbare Daten im Spiel sind oder eine größere Sensorflotte betrieben wird, sprechen Datenhoheit, Kostenstruktur und Unabhängigkeit klar für ein eigenes, privates Netz. Genau hier kommt ChirpStack ins Spiel – der weltweit verbreitetste quelloffene LoRaWAN-Network-Server, der die Funktionen eines Telekommunikationsbetreibers auf dem eigenen Server bereitstellt, ohne Lizenzkosten pro Gerät. Dieser Beitrag erklärt die Komponenten eines privaten LoRaWAN-Netzes, hilft bei der Hardware-Auswahl und führt durch die Schritte des ChirpStack-Setups – inklusive der ehrlichen Stolpersteine im Praxisbetrieb.

Auch interessant: ChirpStack vs. The Things Stack · ChirpStack Hosting: Managed vs. Self-Hosted


Was LoRaWAN ist und wofür es sich eignet

LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network und ist ein Funkprotokoll für das Internet der Dinge. Es ist darauf optimiert, kleine Datenmengen über große Distanzen bei sehr geringem Energieverbrauch zu übertragen. Ein typischer LoRaWAN-Sensor sendet alle paar Minuten ein paar Bytes – einen Messwert, einen Zählerstand, eine Statusmeldung – und läuft dabei jahrelang auf einer einzigen Batterie.

Diese Eigenschaften machen LoRaWAN zur ersten Wahl für Anwendungen, bei denen Mobilfunk zu teuer oder zu stromhungrig und WLAN zu kurzreichweitig wäre: Smart Metering bei Wasser- und Wärmeversorgern, Umwelt- und Maschinensensorik in der Industrie, Bodenfeuchte- und Wetterstationen in der Landwirtschaft, Belegungs- und Luftqualitätssensoren im Smart Building, Pegel- und Parkraummessung in Kommunen.

LoRaWAN kennt drei Geräteklassen. Class A ist der stromsparende Standard: Auf jeden Uplink folgen zwei kurze Empfangsfenster, sonst schläft das Gerät. Class B ergänzt geplante Downlink-Fenster zu festen Zeiten, Class C hält den Empfänger kontinuierlich offen – schneller erreichbar, aber energiehungriger. In Europa und damit im DACH-Raum arbeitet LoRaWAN im lizenzfreien Frequenzband EU868. Lizenzfrei bedeutet: Es ist kein Frequenzantrag nötig. Allerdings gilt eine Sendezeit-Beschränkung (Duty Cycle), die die maximale Nachrichtenfrequenz pro Gerät begrenzt – ein Punkt, der bei dichten Netzen relevant wird.


Privat oder öffentlich? Wann sich ein eigenes Netz lohnt

Öffentliche LoRaWAN-Netze wie The Things Network sind kostenlos, schnell verfügbar und hervorragend zum Testen. Für den produktiven Unternehmenseinsatz sprechen jedoch drei Gründe für ein privates Netz:

  • Data Sovereignty: In einem privaten Netz spricht das Gateway ausschließlich mit dem eigenen Server. Die Daten verlassen nie die eigene Infrastruktur – relevant für DSGVO, Sicherheitsregularien und Geschäftsgeheimnisse.
  • Kostenstruktur: Kommerzielle LoRaWAN-Plattformen rechnen häufig pro Gerät und Monat ab. Bei tausenden Sensoren skaliert dieses Abo-Modell unangenehm. Ein eigenes Netz hat nach der einmaligen Gateway-Investition bei Self-Hosting keine Per-Device-Software-Kosten.
  • Kontrolle und Unabhängigkeit: Keine Abhängigkeit von Verfügbarkeit oder Geschäftsentscheidungen eines Drittanbieters.

Ehrlich bleibt: Für Experimente, Prototypen oder Projekte mit wenigen Sensoren in einer Region mit guter TTN-Abdeckung ist ein öffentliches Netz völlig ausreichend – und der schnellste Start. Die Verschiebung zum privaten Netz lohnt sich bei produktiven, datensensiblen oder großen Deployments. Wer bereits Geräte im öffentlichen Netz betreibt, muss dafür nicht bei null anfangen: Wie sich eine bestehende Flotte von TTN zu ChirpStack migrieren lässt, zeigt der zugehörige Guide. Den direkten Architektur-Vergleich liefert ChirpStack vs. The Things Stack.


Die Komponenten eines privaten LoRaWAN-Netzes

Ein privates LoRaWAN-Netz besteht aus wenigen, klar abgegrenzten Bausteinen:

Komponente Funktion
End-Devices / Sensoren Senden verschlüsselte Funkpakete (LoRa-Modulation)
Gateway Empfängt die Funkpakete über die Antenne und leitet sie weiter – ein „dummer" Paket-Weiterleiter ohne eigene Logik
Gateway Bridge Konvertiert die UDP-Pakete des Gateways in MQTT-Nachrichten (läuft auf dem Gateway oder zentral)
Network Server (ChirpStack) Das Herzstück: Device-Authentifizierung, Deduplizierung mehrfach empfangener Pakete, Routing, Adaptive Data Rate
Application Integration Leitet die dekodierten Nutzdaten weiter – an PostgreSQL, MQTT, Grafana, ThingsBoard oder die eigene Anwendung

Der Datenfluss in einem Satz: Sensor sendet verschlüsseltes Funkpaket → Gateway empfängt und leitet als UDP weiter → Gateway Bridge wandelt in MQTT → ChirpStack authentifiziert, dedupliziert und dekodiert → Integration leitet die Nutzdaten an die Zielanwendung.

ChirpStack hat sich für den Network-Server-Layer als De-facto-Standard etabliert, weil es Open Source ist, ein Web-Interface zur Verwaltung von Gateways, Geräten und Mandanten mitbringt und sich über eine gRPC-API erweitern lässt. Seit ChirpStack v4 sind Network Server und Application Server zu einem einzigen Dienst zusammengefasst, konfiguriert über eine zentrale chirpstack.toml plus region-spezifische region_*.toml – das vereinfacht den Betrieb gegenüber der getrennten v3-Architektur deutlich.


Hardware auswählen

Gateways

Das Gateway ist die wichtigste Hardware-Entscheidung. Für Indoor-Anwendungen oder kleine Pilotprojekte reicht ein 8-Kanal-Gateway von Herstellern wie RAK Wireless (z. B. RAK7268) oder Dragino. Für Outdoor-Abdeckung, industrielle Umgebungen oder größere Flächen sind robustere Geräte von Kerlink, Multitech oder Robustel sinnvoll – oft mit LTE-Backhaul für Standorte ohne Festnetzanschluss. Entscheidend ist das korrekte Frequenzband (in DACH EU868) und die Antennenposition: Sie beeinflusst die Reichweite stärker als die Gateway-Marke.

Sensoren

Die Sensoren richten sich nach dem Use Case – Temperatur, Luftqualität, Füllstand, Bodenfeuchte, Tracking, Zählerstände. Verbreitete EU868-Hersteller sind Dragino, Milesight und Elsys. Wichtig ist, dass die Sensoren LoRaWAN-zertifiziert sind und einen passenden Payload-Codec mitbringen oder dokumentieren, damit ChirpStack die Rohdaten dekodieren kann.

Server-Anforderungen

ChirpStack selbst ist genügsam. Der Stack läuft als Docker-Compose-Setup aus ChirpStack, PostgreSQL, Redis und einem MQTT-Broker (z. B. Mosquitto). Für ein Pilot- oder kleines Produktivnetz reicht ein kleiner Server. Mit wachsender Geräteflotte werden Datenbank-Dimensionierung und MQTT-Broker-Tuning relevant.


ChirpStack einrichten – die Schritte im Überblick

Das folgende ist eine Architektur-Roadmap, kein vollständiges Tutorial – sie zeigt die Reihenfolge der Schritte vom leeren Server zum ersten empfangenen Sensorwert:

  1. ChirpStack deployen – Docker-Compose-Stack aus ChirpStack, PostgreSQL, Redis und Mosquitto starten. In chirpstack.toml die Region EU868 aktivieren und in der zugehörigen region_eu868.toml die Parameter inklusive net_id hinterlegen.
  2. Gateway konfigurieren – Packet Forwarder oder ChirpStack Gateway Bridge auf dem Gateway einrichten, Ziel ist der MQTT-Broker des Servers. Optional Mutual TLS mit per-Gateway-Client-Zertifikaten.
  3. Gateway registrieren – die Gateway-EUI im ChirpStack-Web-Interface anlegen.
  4. Device Profile erstellen – LoRaWAN-Version, Regional Parameters und Geräteklasse (A/B/C) festlegen.
  5. Sensoren hinzufügen – DevEUI und AppKey eintragen, Payload-Codec hinterlegen.
  6. Join-Procedure – der Sensor führt den OTAA-Join durch und erscheint im Live-Frame-Log.
  7. Integration einrichten – PostgreSQL, MQTT, Grafana oder ThingsBoard für die Datenweiterleitung anbinden.

Spätestens beim Live-Frame-Log zeigt sich, ob Gateway, Bridge, Broker und Server korrekt zusammenspielen – der häufigste Punkt, an dem in der Praxis Fehler sichtbar werden.


Die Caveats im Praxisbetrieb

Ein privates Netz ist kein „Set and forget". Diese Punkte gehören realistisch eingeplant:

  • Duty Cycle: EU868 ist lizenzfrei, unterliegt aber einer Sendezeit-Beschränkung (typisch 1 % pro Sub-Band). Das limitiert die Nachrichtenfrequenz pro Gerät – relevant bei dichten Deployments.
  • Gateway-Platzierung: Die Reichweite hängt massiv von Antennenposition und Umgebung ab. Ein Indoor-Gateway deckt nicht das ab, was ein Outdoor-Gateway mit hoher Antenne leistet.
  • Konfigurations-Komplexität: Das Zusammenspiel von Packet Forwarder, Gateway Bridge, MQTT-Broker und Network Server ist fehleranfällig und teils schlecht dokumentiert. Hier geht in der Praxis die meiste Zeit verloren.
  • Skalierung: Bei wachsender Flotte werden Datenbank-Tuning, MQTT-Broker-Dimensionierung und Backup-Strategie zur Daueraufgabe.
  • Monitoring: Gateway-Erreichbarkeit, Paketverlust und Batteriestände der Sensoren wollen überwacht werden, sonst fällt ein Ausfall erst auf, wenn Daten fehlen.

Self-Hosted oder Managed?

Self-Hosting von ChirpStack gibt volle Kontrolle und verursacht keine laufenden Lizenzkosten – ist aber genau der Betriebsaufwand aus dem vorigen Abschnitt: Server, MQTT-Broker, Datenbank, Backups, Updates, Monitoring und Skalierung. Für ein kleines Pilotprojekt mit technischem Team ist das völlig legitim.

Eine Managed-Lösung nimmt diese Betriebslast ab und liefert einen einsatzbereiten Network Server. Sie kümmern sich dann nur noch um Gateways und Sensoren. Sinnvoll ist das, wenn kein dediziertes Team für den Dauerbetrieb da ist oder das Netz produktiv und geschäftskritisch läuft. Die ehrliche Abwägung mit konkreten Kriterien liefert ChirpStack Hosting: Managed vs. Self-Hosted; wie sich ChirpStack gegenüber einer kommerziellen Enterprise-Plattform schlägt, zeigt ChirpStack vs. Actility ThingPark.

Wie der Managed-Weg konkret aussieht, zeigt Managed ChirpStack Hosting in deutschen Rechenzentren: dedizierte Instanz, MQTT-Broker, Backups und Updates inklusive.


Data Sovereignty und Compliance

Der stärkste Grund für ein privates Netz im DACH-Markt ist die Datenhoheit. LoRaWAN verschlüsselt die Funkübertragung standardmäßig mit AES-128 auf Netzwerk- und Anwendungsschicht – die Übertragung ist also abgesichert. Die eigentliche Compliance-Frage ist, wohin die Daten danach fließen:

  • DSGVO: Erfassen Sensoren personenbeziehbare Daten (z. B. Belegungs- oder Tracking-Sensoren), greift die DSGVO. Ein privates Netz hält die Daten in der eigenen Infrastruktur – sauberer für die Datenschutz-Dokumentation als ein US-Cloud-LNS.
  • EU Data Act: Wem die Sensordaten eines vernetzten Produkts gehören und in welchem Format sie zugänglich sein müssen, regelt der EU Data Act für LoRaWAN-Sensordaten – mit der Designpflicht ab dem 12. September 2026 für neu in Verkehr gebrachte Produkte.
  • Bundesnetzagentur: Die EU868-Duty-Cycle-Regeln sind einzuhalten.
  • NIS2: In KRITIS-relevanten Sektoren (Energie, Wasser) fallen IoT-Netze unter die Sicherheitsanforderungen – Verschlüsselung und Zugriffskontrolle sind dokumentationspflichtig.

Bei einem deutschen Managed-Anbieter bleibt zusätzlich der Network Server selbst in EU-souveräner Infrastruktur – die gesamte Kette vom Sensor über das Gateway bis zum Server liegt damit im eigenen Verantwortungsbereich.

Hinweis: Kein Rechtsrat. Bei konkreten Compliance-Fragen sollten Datenschutz- und Rechtsberatung hinzugezogen werden.


Neuer Beitrag: Für Gebäudeeigentümer läuft am 31.12.2026 eine Frist ab: fernablesbare Zähler nach der Heizkostenverordnung und wo LoRaWAN dabei trägt.

Fazit

Ein privates LoRaWAN-Netz ist kein Hexenwerk, aber auch kein Plug-and-Play: Mit Sensoren, Gateway, Gateway Bridge, ChirpStack als Network Server und einer Integration steht die Architektur – die Stolpersteine liegen in der Konfiguration der Komponenten, der Gateway-Platzierung und dem laufenden Betrieb. Wer Datenhoheit, planbare Kosten ohne Per-Device-Abo und volle Kontrolle will, ist mit einem eigenen Netz auf ChirpStack-Basis goldrichtig.

Managed ChirpStack von chirphost nimmt Ihnen den anspruchsvollsten Teil ab – den Betrieb des Network-Server-Layers:

  • ✓ ChirpStack v4 betriebsbereit, ohne Konfigurations-Stolpersteine
  • ✓ PostgreSQL, MQTT-Broker, Backups, Updates und Monitoring inklusive
  • ✓ Network Server in deutscher Infrastruktur (Data Sovereignty)
  • ✓ Keine Per-Device-Software-Kosten Leistungsumfang und Bereitstellung mit WZ-IT abstimmen. Bereitstellung und Vertragsbedingungen werden mit WZ-IT im Angebot vereinbart. Es gibt kein Self-Service-Portal und kein automatisches Testabonnement.

Was die Pläne kosten und ab welcher Flottengröße welcher Plan passt, steht bei den Preisen für Managed ChirpStack.

Leistungsumfang und Bereitstellung mit WZ-IT abstimmen. Bereitstellung und Vertragsbedingungen werden mit WZ-IT im Angebot vereinbart. Es gibt kein Self-Service-Portal und kein automatisches Testabonnement.

Wer die Netzebene nicht selbst betreiben will, findet Leistungsumfang, SLA und die acht Regionen auf der Seite LoRaWAN Network Server mieten.

Lesetipp: ChirpStack vs. The Things Stack und ChirpStack Hosting: Managed vs. Self-Hosted.


Quellen

Häufige Fragen

Was ist ein privates LoRaWAN-Netzwerk?▼
Ein privates LoRaWAN-Netzwerk ist ein eigenständiges Funknetz für IoT-Sensoren, bei dem die gesamte Infrastruktur – von den Sensoren über die Gateways bis zum Network Server – unter eigener Kontrolle steht. Anders als bei öffentlichen Netzen wie The Things Network verlassen die Sensordaten nie die eigene Infrastruktur. Das Gateway leitet die empfangenen Funkpakete ausschließlich an den eigenen Server weiter. Genutzt wird das für datensensible oder großflächige IoT-Anwendungen in Industrie, Gebäuden, Landwirtschaft und Kommunen.
Welche Komponenten brauche ich für ein LoRaWAN-Netz?▼
Vier Hauptkomponenten: Erstens die Sensoren oder End-Devices, die verschlüsselte Funkpakete senden. Zweitens ein Gateway, das diese Pakete über die Antenne empfängt und weiterleitet – es trifft selbst keine Entscheidungen. Drittens der Network Server, hier ChirpStack, der die Geräte authentifiziert, doppelt empfangene Pakete dedupliziert und die Daten routet. Viertens eine Integration, die die dekodierten Daten an die Zielanwendung weitergibt, etwa an eine Datenbank, Grafana oder ein IoT-Dashboard. Dazwischen läuft die Gateway Bridge, die Funkpakete in MQTT-Nachrichten übersetzt.
Was ist ChirpStack?▼
ChirpStack ist der weltweit verbreitetste quelloffene LoRaWAN-Network-Server. Er übernimmt die zentrale Logik eines LoRaWAN-Netzes – Geräteverwaltung, Authentifizierung, Deduplizierung und Datenweiterleitung – und bietet ein Web-Interface sowie eine API. Seit Version 4 sind Network Server und Application Server zu einem einzigen Dienst zusammengefasst. ChirpStack ist mandantenfähig, multi-region-fähig und integriert sich mit Datenbanken, MQTT, Grafana, ThingsBoard und großen Cloud-Anbietern.
Wie groß ist die Reichweite von LoRaWAN?▼
Die Reichweite hängt stark von der Umgebung ab. Im freien Gelände mit guter Antennenposition sind mehrere Kilometer möglich, im dicht bebauten urbanen Raum eher einige hundert Meter bis wenige Kilometer. Hindernisse wie Gebäude, Wände und Vegetation reduzieren die Reichweite deutlich. Die Platzierung des Gateways – möglichst hoch und frei – ist der wichtigste Faktor für die abgedeckte Fläche.
Privates oder öffentliches LoRaWAN – was ist besser?▼
Das hängt vom Anwendungsfall ab. Öffentliche Netze wie The Things Network sind kostenlos, schnell verfügbar und ideal zum Testen oder für Projekte mit geringer Sensordichte. Sie stoßen aber an Grenzen, wenn proprietäre oder personenbeziehbare Daten im Spiel sind oder wenn eine große Geräteflotte betrieben wird. Ein privates Netz bietet volle Datenhoheit, keine Abhängigkeit von einem Drittanbieter und keine Per-Device-Software-Kosten. Der Preis dafür ist die Investition in eigene Gateways und der Betriebsaufwand für den Network Server. Für produktive, datensensible Deployments im Unternehmen ist das private Netz meist die richtige Wahl.
Was kostet der Aufbau eines privaten LoRaWAN-Netzes?▼
Die Hauptkosten sind einmalig: die Gateways und die Sensoren. Ein Einstiegs-Gateway kostet im niedrigen dreistelligen Bereich, industrielle Outdoor-Gateways deutlich mehr. Sensoren variieren je nach Typ. Der entscheidende Unterschied zu kommerziellen Plattformen liegt bei der Software: ChirpStack ist Open Source und verursacht bei Self-Hosting keine Per-Device-Lizenzkosten. Damit entfällt das Abo-Modell, das bei großen Sensorflotten ins Gewicht fällt. Laufende Kosten entstehen durch Server-Betrieb und Wartung – entweder als eigene Arbeitszeit beim Self-Hosting oder als Pauschale bei einer Managed-Lösung.
Sind LoRaWAN-Daten sicher und DSGVO-konform?▼
LoRaWAN verschlüsselt die Funkübertragung standardmäßig mit AES-128 auf zwei Ebenen – Netzwerk- und Anwendungsschicht. Das schützt die Daten auf dem Funkweg. Die DSGVO-Frage entsteht erst, wenn Sensoren personenbeziehbare Daten erfassen, etwa Belegungs- oder Tracking-Sensoren. Hier hat ein privates Netz einen klaren Vorteil: Die Daten bleiben in der eigenen Infrastruktur und laufen nicht über einen externen Cloud-Dienst. Das vereinfacht die Datenschutz-Dokumentation und die Auftragsverarbeitungs-Frage. Bei einem deutschen Managed-Anbieter bleibt zusätzlich der Network Server in EU-souveräner Infrastruktur.
Welches Gateway soll ich wählen?▼
Das richtet sich nach Einsatzort und Dichte. Für Indoor-Anwendungen oder kleine Pilotprojekte reicht ein 8-Kanal-Gateway von Herstellern wie RAK Wireless oder Dragino. Für Outdoor-Abdeckung, industrielle Umgebungen oder größere Flächen sind robustere Gateways von Kerlink, Multitech oder Robustel sinnvoll, oft mit LTE-Backhaul für Standorte ohne Festnetz. Wichtig ist die Wahl des korrekten Frequenzbands – in DACH EU868. Die Antennenposition beeinflusst die Reichweite stärker als die Gateway-Marke, daher lohnt sich Aufwand bei der Montage.
Sollte ich ChirpStack selbst hosten oder managen lassen?▼
Beides ist legitim. Self-Hosting gibt volle Kontrolle und verursacht keine laufenden Lizenzkosten, erfordert aber Aufwand: Server, MQTT-Broker, Datenbank, Backups, Updates, Monitoring und Skalierung müssen selbst betrieben werden. Das Zusammenspiel der Komponenten ist erfahrungsgemäß fehleranfällig. Eine Managed-Lösung nimmt diese Betriebslast ab und liefert einen einsatzbereiten Network Server, sodass man sich nur um Gateways und Sensoren kümmern muss. Sinnvoll ist Managed, wenn kein dediziertes Team für den Dauerbetrieb da ist oder wenn das Netz produktiv und geschäftskritisch läuft. Für kleine Pilotprojekte mit technischem Team reicht Self-Hosting.
Wie schnell kann ich mit einem privaten LoRaWAN-Netz starten?▼
Ein Pilot-Setup mit einem Gateway und wenigen Sensoren lässt sich in wenigen Tagen aufbauen – die Hardware-Beschaffung ist meist der längste Schritt. Der ChirpStack-Server ist über Docker schnell deployt, die Gateway-Anbindung und das Anlegen der ersten Geräte dauern wenige Stunden. Bei einer Managed-Lösung entfällt das Server-Setup, sodass der Fokus direkt auf Gateway-Platzierung und Sensorintegration liegt. Der Sprung vom Pilot zum produktiven Netz braucht dann mehr Planung für Abdeckung, Skalierung und Monitoring.
Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-founder, WZ-IT

Gründer von WZ-IT. Managed ChirpStack LoRaWAN Hosting. Fokus auf IoT-Infrastruktur, LoRaWAN-Architektur und skalierbare Sensornetzwerke.

LinkedIn

Managed ChirpStack anfragen

Wir betreiben Ihre dedizierte ChirpStack-Instanz inklusive Hosting, Updates, Monitoring und Support. Schreiben Sie uns kurz, wie viele Gateways, Geräte oder Integrationen Sie planen. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.

Ihre Ansprechpartner bei WZ-IT

Timo Wevelsiep und Robin Zins

Gründer von WZ-IT

Vorhaben mit Timo und Robin besprechen

Mit dem Absenden stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu.